Haben Sie den Hortensien-Daumen?

Hier werden Sie geholfen.....!

 

Die Hortensie – seit vielen Jahren steht sie bei Trendgärtnern wieder ganz hoch im Kurs, und kaum jemand erinnert sich an die Zeiten, als die Dame mit den tausend Blüten noch als altmodisches Accessoire auf großmütterlichen Fensterbänken galt. Die „Hydrangea“ hat viel erlebt in ihrer Geschichte, fehlt heute in kaum einem wildromantischen Kenner-Garten und ist: Die Grande Dame unter den Blumen!
 
Schon beim Einkauf auf die Qualität achten
In gut sortierten Baumschulen und Gartencentern findet man heute eine große Auswahl an Arten und Sorten von Hortensien. Eine gute Pflanze erkennt man an gesunden „weißen“ Wurzeln und einem stabilen Aufbau der Pflanze.
Kübel-Hortensien
Für den Kübel eignen sich bei den Bauernhortensien vor allem stärker wachsende Sorten. Jedes ausreichend große Gefäß mit gutem Wasserabfluss ist für die Kübelkultur geeignet. Sehr sonnige Standorte und dunkle Gefäße meiden, da ansonsten ein „Hitzestau“ entstehen kann, der die Wurzelbildung beeinträchtigt.
Erde
Hortensien haben hohe Ansprüche an die Erde, in der sie stehen. Für die Kultur im Kübel soll diese möglichst auch grobfaserige Anteile enthalten, um eine optimale Luft- und Wasserführung zu gewährleisten. Hortensien wachsen optimal in einem lehmig- humosen Boden, welcher gut Feuchtigkeit hält aber nicht zur Vernässung neigt.
Wasser
Kübel-Hortensien müssen regelmäßig gegossen werden, damit ihre Wurzelballen nicht austrocknen. Tägliches Gießen, bei sommerlicher Hitze auch morgens und abends (nicht in der Mittagshitze), ist Pflicht. Außerdem sollten Kübelschönheiten alle 2 bis 4 Jahre umgetopft werden. So steht der Pflanze ständig ein Substrat mit optimaler Struktur zu Verfügung und die Hortensie kann sich in dem „frischen“ Substrat optimal weiterentwickeln.
Überwinterung
Die Hortensie ist im Knospenbereich sehr frostempfindlich. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert die Hortensie Anfang Oktober, vor den ersten Nachtfrösten, ins Überwinterungsquartier zu holen. Am einfachsten ist die Überwinterung in einem Kellerraum mit guter Lüftungsmöglichkeit, wo die Temperatur zwischen 0 und 5°C liegen sollte. Bis Mitte November haben die Pflanzen ihr Laub weitgehend abgestoßen. Wenn die Pflanzen ab Februar aus der Ruhe erwachen, wird volles Licht benötigt. Am besten stellt man die Pflanzen jetzt im hellen Treppenhaus oder Wintergarten auf.
Freiland-Hortensien
Im Allgemeinen bevorzugen sie kühle, schattige oder halbschattige Lagen. Nur Hydrangea paniculata und Kletter-Hortensien verlangen zum Blühen einen deutlich sonnigeren Standort.
Erde
Die wasserbedürftigen Hortensien benötigen auch im Garten einen lehmig-humosen Boden, welcher gut die Feuchtigkeit hält aber nicht zur Vernässung neigt. Hortensien gedeihen am Besten in einem sauren Substrat. Ein Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 6 ist ideal. Alkalische Böden mit zu hohen pH-Werten kann man senken, indem man in die Pflanzgrube eine Mischung aus Laubhumus und reifem Kompost, vermischt mit etwas Torf beigibt. Es gibt auch spezielle Erden für Moorbeetpflanzen, die im Handel unter dem Namen ‚Rhodohum‘ o. Ä. angeboten werden. In kalkhaltigen und neutralen Böden, sollte auch der Wurzelbereich der Pflanze von seiner alkalischen Umgebung isoliert werden, indem man das Pflanzloch mit einer Gartenfolie auslegt.
Wasser
Auch Freiland-Hortensien müssen regelmäßig gegossen werden, damit ihre Wurzelballen nicht austrocknen. Tägliches Gießen ist, bei sommerlicher Hitze auch morgens und abends, angesagt!
Winterpflege: Schneiden oder nicht?
Es ist wichtig zu wissen, dass Hortensien zwei Gruppen bilden: die einen blühen am Ende der diesjährigen Triebe, die anderen an den vorjährigen Trieben. Vor allem in der zweiten Gruppe kann ein falscher Schnitt zum Ausfall der Blüte führen.
Hortensien, die am einjährigen (diesjährigen) Holz blühen: Die Schneeball-Hortensien (Hydrangea arborescens) und die Rispen-Hortensien (H. paniculata außer die Sorten: ‚Praecox‘ und ‚Daruma‘) blühen am einjährigen Holz. Um bei diesen Hortensien einen buschigen Wuchs zu bekommen, werden die Triebe nach den letzten starken Frösten bis auf etwa 50 cm eingekürzt.
Hortensien, die am zweijährigen (vorjährigen) Holz blühen: Die meisten anderen Hortensienarten beispielsweise alle Garten-Hortensien mit kugeligen und flachen Blütenständen, die Kletter-Hortensie, Samt-Hortensien und Eichblatt-Hortensien benötigen nicht zwingend einen Schnitt. Wenn sie auf Grund einer zu starken Größenentwicklung dennoch einmal geschnitten werden müssen, sollten nicht die nächstjährigen Blütentriebe der Schere zum Opfer fallen. Bauernhortensien und Samthortensien blühen an den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind. Deshalb sollten nur die Triebe mit den alten Blüten entfernen. Der fachgerechte Schnitt sollte nach der Blüte erfolgen, zu einem Zeitpunkt, an dem die Pflanzen am alten Holz neue Triebe bilden. Dabei werden nur die abgeblühten Triebe bis über die Neuaustriebe zurückgenommen.
Neben den Trieben aus dem alten Holz, bilden Hortensien auch vom Erdboden aus immer wieder neue Bodentriebe aus. Ältere Pflanzen können zur Verjüngung nach der Blüte stark zurückgeschnitten werden, falls nötig auch bis kurz über dem Boden. Allerdings muss dann im Folgejahr auf Blüten verzichtet werden.

 

Bis zum nächsten Pflanzentipp!

Herzlichst,
Ihr Günter Glaser
-Gärtnerischer Leiter Luisenpark-

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