And the winner is...

Preise der Grünen Schule

OKTOBER 2022

Grüne Schule erhält für den Luisenpark den #beebetter-Award der BURDA-Stiftung

Mit 10 000,- Euro dotierte Auszeichnung in Leipzig verliehen

Die Gewinner des diesjährigen #beebetter-Awards, der bundesweiten Wildbienenschutz-Initiative des Burda Verlags mit Preisgeldern von insgesamt 30 000,- stehen fest. Einer der großen Preisträger kommt aus Mannheim: Die Grüne Schule der Stadtparks Luisenpark und Herzogenriedpark. Sie gewann für ihre Arbeit rund um den Schutz der Bienen in der Kategorie „Institutionen“, worunter Unternehmen, Kommunen und Großgruppen gefasst wurden, den 1. Platz mit einem Preisgeld in Höhe von Euro 10 000,-. Das prämierte Projekt trägt den Titel „Eine Insel für Bienen mitten in der Großstadt“.

„Selbst in einer Pflasterritze kann man etwas für Wildbienen tun!“ Dieser Satz stammt von Ursula Jünger, leitende Biologin der Grünen Schule der Mannheimer Stadtparks, die die #beebetter-Trophäe in Leipzig entgegennahm. Der Satz zeigt, mit wieviel Verve sich hier eine Frau mit ihrem Team gegen das Bienensterben einsetzt. Ein Einsatz, der nun auch monetär belohnt wurde.

beebetter Award

Bildnachweis: BRAUERPHOTOS/J.REETZ FÜR HUBERT BURDA MEDIA
V.l.n.r. Die Gewinner in den Kategorien: Jochen Kanders/Landwirtschaft, Lehr- und Kräutergarten Dreieich/Jugend & Bildung, Familie Jaschik/Sonderpreis, Biene Maja, Grüne Schule/Institutionen, Michael Harich/Private Initiativen, Moderatorin Alexandra Polzin.

Fünf Preisträger aus 125 Bewerbungen

Ziel der Auszeichnung ist es, alle Aktivitäten für den Schutz der Wildbienen, die es in Deutschland gibt, aufzuzeigen: Vom kleinsten Balkonkasten mit Wildblumenbuffet bis zum nachhaltigen Engagement großer Unternehmen. Pflanzaktionen, Produkte, Produktionsprozesse, Verkaufsaktionen zugunsten der Bienen konnten ebenso ins Rennen gehen wie Events, wohltätiges Engagement rund um die Biene, aber auch Wissensvermittlung oder schlicht Ansiedlungsprojekte von Bienen. Ein Expertengremium aus Wildbienenkundlern, Landwirten, Wissenschaftlern, Garten- und Landschaftsgestaltern und Vertretern des Verlagshauses Hubert Burda Media wählte aus 125 eingereichten Projekten fünf Preisträger aus. Kategorien waren Jugend & Bildung, Landwirtschaft, Institutionen, Private Initiativen sowie ein Sonderpreis.

Lebensräume sind Lernräume!

Ein Fokus des Projekts der Grünen Schule lag zum einen in der Wissensvermittlung über Insekten, etwa durch Ferienkurse, Kindergartenführungen, Fortbildungen für Erwachsene, Wochenendworkshops für Familien etc. Zum anderen entwickelte man Lebensräume für Insekten vor Ort in den Parkanlagen Luisenpark und Herzogenriedpark und setzte sie auch gärtnerisch um: „Lebensräume für Bienen sind Lernräume für Menschen“, so Ursula Jünger. „Bei allem, was wir tun ist es unser tiefes Anliegen, ein Gespür und Empathie für diese Tiere weiterzugeben“, sagt die Biologin, die mit Teilprojekten ins Rennen ging.

Die prämierten Ideen

Der Heilpflanzengarten mit seinen über 200 verschiedenen heimische Pflanzenarten, das Experimentierfeld „Flowers for Future“ mit klimaresilienten Steppenpflanzen, die von zahlreichen Insektenarten angeflogen werden und der „Garten für Insekten“, der auf zwei Ebenen bienenfreundliche Vegetation mit Nisthilfen unterschiedlichster Couleur bereithält. Die Idee hinter dem 2020 entstandenen „Garten für Insekten“ war es, einen kleinen Beispiel-Garten in Vorgartengröße zu schaffen, der Insekten in vielerlei Hinsicht unterstützt. Ackerhummeln, Erdhummeln, Löcherbienen, Holz- oder Hosenbienen, Grabwespen oder Schwebfliegen tummeln sich hier – und Besucher, um sich Ideen für den eigenen Garten zu holen.

Die Biene an den Menschen bringen

Im Luisenpark wurden damit nicht nur mehrere Bereiche in prächtig blühende Areale verwandelt. Alle drei Projekte werden kontinuierlich umweltpädagogisch begleitet: Von Programmen für Vorschulkinder und Schüler bis zur Seniorenführung mit Sitzgelegenheit. Bei der Grüne-Schule lernen Kleinkinder schon, warum die ganze Natur aus dem Gleichgewicht kommt, wenn nur ein Tier des Kosmos vom Aussterben bedroht ist. Ganz spielerisch werden „Pralinen für die Bienen“ aus einheimischem Saatgut und Erde hergestellt: Die Kinder rühren quasi wie einen „Teig“ an, der in Portionen getrocknet wird. Fertig ist die Praline! Diese kann dann im Garten, im Blumentopf oder auf kahle Flächen gelegt werden, wo sich dann eine bienenfreundliche Blumenecke entwickelt. So lernen die Kinder: Ich kann etwas tun – jeder kann etwas tun gegen das Bienensterben.

Biologie trifft Fantasie

Jünger und ihr Team holen sie alle ab: Sie bauen Nisthilfen mit der Imkerjugend und schaffen inspirierende Pflanzungsbeispiele für Besucher. Kinder basteln in der Grünen Schule Masken nach dem Vorbild der skurril anmutenden Köpfe von Hornissen und Käfern. Es gibt Kindergeburtstagsprogramme und beim Tag der Insekten gibt es Muffins gebacken aus Insektenmehl mit Schokoladentopping – mit echter getrockneter Heuschrecke obendrauf: Hier trifft Biologie auf sehr viel Fantasie. So geht emotionale Wissensvermittlung! Kein Wunder, dass die Grüne Schule diesen hochdotierten Preis erhalten hat. „Dass das mittlerweile 24 Jahre anhaltende Engagement der Grünen Schule nun diese besondere Auszeichnung erhält, erfüllt mich mit Stolz“, so Parkdirektor Költzsch, der die Arbeit der Abteilung nach Kräften unterstützt. „Unsere Grüne Schule, die schon früh die Zeichen der Zeit erkannte, wurde mit den Jahren immer wichtiger innerhalb der Stadtgesellschaft. Weil das Thema Nachhaltigkeit auch in der Gesamtöffentlichkeit immer mehr Wertschätzung erfuhr“, so der Parkchef. „Heute ist die Grüne Schule durch ihre so spannenden wie zukunftsträchtigen Projekte unser Zugpferd für Sponsoren geworden – eine echte Erfolgsgeschichte!“

Das nächste „Ding“ hat Ursula Jünger übrigens schon im Kopf: Ein begehbarer Bienenstock. Wenn’s sein muss, baut sie den mit ihrem Team auch selber.

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JANUAR 2020

Grüne Schule erhält zwei Auszeichnungen

Offizielle Projekte der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Gleich zwei Projekte der Grünen Schule der Mannheimer Stadtparks wurden als offizielle Projekte der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Urkundsübergabe erfolgte am Freitag, den 31. Januar 2020 im Grünen Klassenzimmer des Mannheimer Luisenparks. Die Arbeit von Ursula Jünger, Leiterin der Grünen Schule, mit ihrem Team rund um den Heilpflanzengarten als „Natur-Apotheke inmitten der Großstadt“ wurde von einer unabhängigen Jury ebenso gewürdigt wie ihre Kurse, Workshops und Aktivitäten rund um den „Insekten-Hotspot Luisenpark“. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

"Unvergessliche Umweltphänomene"
Zu Beginn der Veranstaltung wies Parkdirektor Joachim Költzsch bei seiner Begrüßung darauf hin, dass die beiden Mannheimer Parks „einiges in die umweltpädagogische Wagschale werfen können“. Vom „Kindergarten-Gänger bis zum Bewohner der Senioren-WG“ könne man mit der Grünen Schule in den Mannheimer Parks unvergessliche Umweltphänomene erleben. Dass das mittlerweile über 20 Jahre andauernde Engagement der Grünen Schule, die ökologische Themen „mit sehr viel Herzblut“ aufbereite, nun diese besondere Auszeichnung erhalte, mache ihn stolz, so Költzsch.

„Diese Auszeichnung ist wohl verdient“
Auch Bürgermeisterin Felicitas Kubala wies auf die Wichtigkeit der beiden ausgezeichneten „Projekte aus Flora und Fauna“ hin. „Diese Auszeichnung ist wohl verdient“, betonte die Bürgermeisterin bei der anschließenden Übergabe der Auszeichnungsurkunden an Ursula Jünger und ihr Team. Beide Urkunden sind unterzeichnet von Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit sowie von der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel.

Nächstes Ziel: Grüne Schulhöfe
Im Anschluss an die Urkundenübergabe stellte Ursula Jünger, Leiterin der Grünen Schule der Mannheimer Parks, ihre spannende Arbeit vor und erläuterte die beiden bemerkenswerten Projekte. Gleich zu Beginn ihrer Rede betonte sie, dass den Preis nicht die Grüne Schule alleine, sondern das ganze Team des Luisenparks verdient habe: Sie nannte hier Handwerker und Schreiner, die sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützen, ihr gesamtes Team sowie die gärtnerische Abteilung mit Christine Schweickhardt, die den Heilpflanzengarten „mit unglaublicher Hingabe und viel Gespür“ tagtäglich pflegen und für einen ausgezeichneten Zustand sorgten. In ihrer Rede wurde deutlich, dass ihre Arbeit sich stets an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichtet. Immer den Blick auf aktuelle Studien wird im Garten auch die Bepflanzung ausgetauscht, sollte sich ein Heilpflanze als schädlich herausgestellt haben. Bei aller Fundiertheit schafft es Jünger dennoch, in über 600 Kursen, Workshops und Aktionen Menschen für biologische Themen zu begeistern. Ihr Ziel, den Heilpflanzengarten zum Treffpunkt verschiedenster naturinteressierter Menschen zu machen, zum Ort des Expertenaustauschs, wie sie ihre Rede bei der Eröffnung des Gartens im Jahr 2007 zitierte, wurde erreicht: Der Heilpflanzengarten ist der interaktive Begegnungsort für viele Naturinteressierte der ganzen Region geworden! Das nächste Ziel hat Jünger schon im Blick: Mit Flower for Future hat sie in Kooperation mit der Klimaschutzagentur, der Stadtgärtnerei Mannheim und den Arbeitstherapeutischen Werken im Jahr 2019 ein Begrünungskonzept für verödete und versiegelte Flächen auf den Schulgeländen Mannheims entwickelt: Hier werden bald insektenfreundliche, pflegearme Blühpflanzen stehen, da sind wir sicher!

Die ausgezeichneten Projekte: Aktionen zu Heilpflanzen & Insekten
Durch die Konzeption, den Bau und die Aktivitäten rund um den Heilpflanzengarten im Luisenpark, der eine „Naturapotheke mitten in der Großstadt“ geworden ist, hat Ursula Jünger ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt. Durch mehrere hundert Kurse, Workshops und Führungen im Jahr schafft es die Grüne Schule, verschiedenste gesellschaftliche Gruppen für die Natur zu begeistern. Die Aktivitäten rund um den Heilpflanzengarten, dessen Bau im Jahr 2007 durch die Finanzierung des Förderkreises Freunde des Luisenparks e.V. realisiert werden konnte, haben die UN-Dekade-Fachjury beeindruckt.
In gleicher Weise wurden von der Jury ihre Unternehmungen rund um den „Insekten-Hotspot Luisenpark“ gewürdigt. Ob am Bienenhügel, der von der gärtnerischen Abteilung des Luisenparks um Ellen Oswald angelegt wurde und gepflegt wird, am großen Insektenhotel oder beim Tag der Insekten, der von Jahr zu Jahr mehr Besucher anzieht. Neben den offiziellen Urkunden und entpsrechenden Auszeichnungsschildern erhielt Ursula Jünger mit ihrem Team für die beiden Projekte zwei „Vielfalt-Bäume“ als Symbol für die Vielfalt der Natur.
Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Hintergrund: Die Auszeichnung UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in der Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist dafür wichtige Voraussetzung. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen die Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen.
Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade Fachjury tagt zweimal im Jahr.
Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten wiederspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt.

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