Hand- u. Barfußpfad

Freiheit für die Füße!

„Die Füße müssen von der Schuhmaschine und den Fußfoltern so oft wie möglich befreit werden, denn das härteste Los in allen Stürmen des Lebens trifft neben dem Gesicht die Füße“ (Sebastian Kneipp)


In den Füßen befinden sich etwa ein Viertel unserer Knochen. Schon im 19. Jahrhundert hat sich der bayrische Priester Sebastian Kneipp für die Bloßfüßigkeit eingesetzt und in den 1970ern gab es eine wahre Revolution für die Rechte der Füße durch die Hippie-Bewegung – da wurde barfuß getanzt und debattiert. Der Hand- und Barfußpfad ist eine erfrischende Befreiung für die Sinne.

Er schlängelt sich in Ergänzung zu dem schon seit 2004 bestehenden Instrumenten-Ensemble des Sensariums für Hörerlebnisse als ein 72 Meter langer Pfad der Fußsohlen-Gefühle: Über Lehm, Sand, Stroh, Kiesel, Muschelkalk und Granitschotter geht es schmeichelnd oder eben fordernd für die Sinne durch die Natur. Ein Balancierstamm mit Rindenmulch sorgt für zusätzlichen Kick und Rundhölzer beziehungsweise Stirnhölzer für „topografische“ Erlebnisse unter den Füßen. Und wer mal wirklich erfühlen will, wie gerade in unserer Region die Menschen durch die Sümpfe gewatet sind, der schreite beherzt durch die Matschmulde und - bevor es wieder in die Socken geht – lieber noch durch den perligen Gebirgsbach. Hier erleben die geschundenen Füße noch einmal eine besondere Erfrischung und die möglicherweise sonst so unterforderten Sinne an den Fußsohlen erfahren eine lindernde Kühlung.

Reizvoll
Der Gang über den Barfußpfad vermittelt nämlich die verschiedensten Reize: Man ertastet den Boden, erspürt noch die kleinste Unebenheit, über die man mit groben Wanderstiefeln nur unachtsam hinweg gepoltert wäre. Umso interessanter ist es, ihn zu erspüren, den geschmeidigen Lehm, den harten Schotter und natürlich auch die matschige Suhle, die so schön schmatzt unter den Füßen.

Kraftvoll
Selbst gesundheitlich gibt es Vorteile: Die Freiheit der Füße hilft Stress abzubauen und der Blutdruck wird ausgeglichener - Muskeln und Bänder werden zudem gestärkt. Und wer bei Kälte läuft, der härtet sich zudem ab und aktiviert so das Immunsystem. Da auch die Hände in Maschinen- und Computer-Zeiten sinnlich vernachlässigt sind, sollen zusammen mit dem Barfußpfad auch zwölf Handstelen Nahrung für deren Tastsinn bieten: Unter anderem laden ein poriger Lavatuff-Findling, ein Holzstamm mit Schnitzmotiven, ein wurzeliger Robinienstamm mit Maserknollen, eine Metallstele mit unterschiedlichen Oberflächen und eine schicke Mosaikstele zum Fühlen und Fingern.