Es geht los!

Neugestaltung des Zentrums im Luisenpark beginnt

„Ich freue mich sehr, dass nach Jahren der Planung dieses wichtige Modernisierungsprojekt im Luisenpark jetzt in die Umsetzung gegangen ist. Die Besucherinnen und Besucher können sich schon jetzt auf offene, großzügige Aufenthaltsbereiche, beeindruckende Blickwinkel und neue Angebote freuen“, betont Felicitas Kubala, Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtpark Mannheim gGmbH. „Die Neubauten erzeugen ein Gefühl von Durchlässigkeit, da Gebäuderiegel verschwinden“, erläutert Parkdirektor Joachim Költzsch.Das Parkzentrum wird künftig sehr viel heller und transparenter daherkommen, da Gebäude nicht mehr voneinander abgetrennt sind, sondern fließend unter einem auskragenden Dach miteinander verbunden werden. Ein Vorteil natürlich auch für die Nutzung des Parks als Allwetter- und Ganzjahrespark.“ Die geschwungene, am Vorbild der Natur orientierte Architektur mit ihren leichten, fast schwebend anmutenden Dächern umspielt die bestehende Parklandschaft, ohne sie zu dominieren. Neben der organischen, modernen Formensprache des Gesamten sorgen die Gebäude nicht nur für neue Seherlebnisse. Sie ermöglichen gänzlich neue programmatisch-inhaltliche Angebote für die Besucher*innen, die etwa mit den Tieren in viel direkteren Sichtkontakt treten können. Mit höchstmöglicher Flexibilität eröffnen die Bauten den Besucher*innen außerdem auch bei plötzlich aufkommenden Witterungsveränderungen eine optimale Aufenthaltsqualität.

Bevor es richtig losgehen kann, musste das Parkteam in den vergangenen Wochen und Monaten eine Vielzahl an Maßnahmen leisten, die die benötigte Infrastruktur betreffen und das Baufeld für die Rückbauarbeiten vorbereiten. Hierfür wurde beispielsweise eine zentrale Mittelspannungsstation zur Stromversorgung vorübergehend an einem anderen Ort neu aufgestellt, da die bisherige im Bereich der künftigen Neuen Parkmitte lag und nicht mehr erhalten werden konnte. Neue Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Fernwärme mussten verlegt werden. Und die bislang im Wirtschaftshof verortete Gasdruckregelanlage muss ebenso weichen, ein Ersatz wird außerhalb des Parkgeländes im Gartenschauweg gegenüber der Stadtgärtnerei errichtet. Anfang November starten hier die Arbeiten.

Vorübergehende Dienstgebäude für Technik, Team Grün und Teile der Zoologie

Eine logistische Höchstleistung, die inmitten des Vollbetriebs ebenfalls bewältigt wurde: der Umzug der Mitarbeiter*innen von Einrichtungen, die im bisherigen Wirtschaftshof hinter dem Pflanzenschauhaus untergebracht waren, wie die Bürogebäude der gärtnerischen und technischen Leitung sowie die Futterküche samt Unterkünften für die Tierpfleger, in ein Interimsgebäude. Es befindet sich östlich der Freizeitwiese in einer eigens dafür umgebauten ehemaligen Tennishalle.

Das neue Wirtschaftsgebäude für die Zoologie entsteht ab Mitte November auf dem Gelände des ehemaligen Minigolfplatzes. Der Entwurf sieht zwei Gebäudeteile vor: ein zweistöckiges Hauptgebäude mit tierpflegerischen Einheiten wie Futterküche, Lager, Reservegehege, Jungtieraufzucht und Verwaltungsräumen sowie ein Quarantänegebäude. „Beide Gebäudeteile sind optimiert hinsichtlich unserer täglichen Abläufe und der dafür notwendigen Logistik und erfüllen bestens die aktuellen Hygienestandards. Ein Sichtfenster erlaubt außerdem zukünftig Einblicke in Jungtieraufzucht und Futterküche, während die restlichen Gebäudeteile der neuen Zoologie natürlich den Mitarbeiter*innen aus diesem Bereich vorbehalten sind“, beschreibt Christine Krämer, Leiterin der Zoologie ihren zukünftigen Dienstsitz.

Bis Jahresende erfolgen Rückbauarbeiten

Im Bereich der künftigen Neuen Parkmitte erfolgt bis zum Jahreswechsel noch der Rückbau von Wirtschaftshof, Überwinterungshalle, Volieren und Pinguinanlage sowie der Weinstube, die noch bis 30. September in Betrieb war. Das für die Neue Parkmitte vorgesehene Areal zwischen Pflanzenschauhaus und Gondoletta-Anleger wurde in den vergangenen Wochen freigeräumt. Die Tiere sind an anderen Stellen im Park oder vorübergehend sowie dauerhaft in anderen Einrichtungen untergekommen. Der Bereich des Wirtschaftshofes, der für die Besucher*innen bislang nicht zugänglich war, ist ebenso vorbereitet und steht künftig den Besucher*innen in der Neuen Parkmitte als zusätzliche Fläche zur Verfügung.

 

Start der Neubauarbeiten 2021 – Aussichtspunkt bei Freizeithaus

Ab Januar 2021 werden dann nach Abschluss der Rückbauarbeiten die Versorgungsanbindungen für die neuen Gebäude angelegt. Nach Anschluss der neuen Gasdruckregelanlage ist der Aushub für die Unterwasserwelt Spatenstich Nummer eins und findet voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres statt. Im weiteren Jahresverlauf folgen die Spatenstiche für die große Freiflugvoliere und die neue Pinguinanlage.

„Dabei wird es zu Änderungen an der bestehenden Besucherwegeführung kommen, um die baulogistische Andienung zu gewährleisten. Für die Dauer dieses ersten Bauabschnittes, der bis zur Eröffnung der BUGA 2023 fertiggestellt sein soll, ist ab Jahresbeginn 2021 eine parallele Wegeführung vorgesehen mit voraussichtlich einem Kreuzungsbereich in Höhe von Hauptweg, Verwaltung und dem Bereich des ehemaligen Minigolfplatzes“, erläutert der parkinterne Projektleiter Philipp Goldschmidt. „Der Zugang zur Gondoletta-Haltestelle ‚Festhalle Baumhain‘ erfolgt im kommenden Jahr zudem voraussichtlich aus Richtung des Freizeithauses, da Ufer und Treppenabgang am Ticketverkauf ebenfalls umgestaltet werden“, so Goldschmidt weiter.

„Natürlich kann ein Bauprojekt dieser Größe nicht ganz ohne Einschränkungen stattfinden. Den Bauablauf haben wir jedoch sehr sorgfältig mit unseren Expert*innen geplant mit Fokus auf geringstmögliche Beeinträchtigung für unsere Besucher*innen. Es bleiben nach wie vor ausreichend Flächen zur Erholung und Entspannung“, betont Joachim Költzsch. „Außerdem ist ein solches Bauprojekt ja auch spannend! Wir werden die Umsetzung erlebbar machen und die Anhöhe nahe des Freizeithauses am Kutzerweiherufer gegenüber des Baufeldes zu einem Aussichtspunkt für die Neue Parkmitte herrichten – so können die Besucher*innen immer ein Auge auf das spannende Geschehen werfen!“

Weiterentwicklung auch am Bestand

Neben den Arbeiten an der Neuen Parkmitte werden im Luisenpark auch die bestehenden Gebäude auf Vordermann gebracht. Die Seerosenbecken werden umfangreich saniert mit dem Ziel, sie besser und einfacher pflegen zu können. Das kommt der Wasserqualität zugute und wird den Bedürfnissen der Pflanzen besser gerecht, was sich auch auf deren optische Qualität positiv auswirken wird. Das Projekt wird in der zweiten Novemberhälfte dieses Jahres beginnen und voraussichtlich bis zum kommenden Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. Für diesen Zeitraum wird es zeitweise eine parallele Wegeführung entlang des dortigen Hauptweges geben.

Die bislang mit einer speziellen Folie ausgelegten Becken vor dem Café Pflanzenschauhaus werden künftig mit Beton ausgekleidet, was verhindert, dass beim Versetzen der großen und schweren Seerosenkübel Risse in der Folie entstehen sowie daraus resultierende Undichtigkeiten, die wiederum einen erhöhten Wasserverbrauch bedeuten. Darüber hinaus wird eine natürliche Wasserfiltration mittels Pflanzen integriert, wodurch weniger Frischwasser zugeführt werden muss und die Bepflanzung vielseitiger wird. Das sanierte Becken ist künftig auch besser zu reinigen, denn unter den Stegen sind Wannen vorgesehen, die einfach ausgespritzt werden können. Die schwebende Optik der Stege bleibt erhalten. „Das Beckenareal wird nach der Sanierung großzügiger wirken und sich in seiner ganzen Schönheit zeigen, da wir auch die Rahmenpflanzung neu gestalten werden. Momentan sind es etwa 140 Seerosen. Geplant ist es, diesen Bestand nach der Sanierung nach Möglichkeit zu erweitern“, berichtet Ellen Oswald, Leiterin der gärtnerischen Abteilung.

Neben der Sanierung der Seerosenbecken startet im kommenden Jahr die Sanierung des Pflanzenschauhauses. „Hier wird vornehmlich die Hülle saniert, wodurch das Pflanzenschauhaus vor allem energetisch in die Zukunft geführt wird. Unsere Besucher*innen dürfen sich über mehr Transparenz und Leichtigkeit des Gebäudes freuen. Das ursprüngliche Erscheinungsbild bleibt jedoch im Wesentlichen erhalten“, erläutert Ellen Oswald, gärtnerische Leiterin im Luisenpark.