Neue Parkmitte: Luisenpark geht in die Schließpause

Gestalten, erneuern, pflanzen: Viel zu tun bis zur BUGA 23

Baustelle mit Rohbau eines Gebäudes und BaufahrzeugenDer Luisenpark Mannheim begibt sich auf die Zielgerade: Ab dem 2.11.2022 schließt der Park vorübergehend für Besucher und fokussiert seine Kräfte auf die Fertigstellung der Neuen Parkmitte. Seither wurden einige Etappenziele erreicht. Es folgen Arbeiten an Technik und Elektrik im gesamten Gebäudekomplex. In der vorübergehenden Schließpause des Luisenparks, die bis zum BUGA 23-Beginn am 14.4.2023 andauert, geht es dann verstärkt um gestalterische Tätigkeiten wie die Modellage des Kunstfelsens in Pinguinanlage und Südamerikahaus, die Einrichtung der Unterwasserwelt oder den Innenausbau des Restaurants. Darüber hinaus rückt die allgemeine landschaftsgärtnerische Gestaltung in den Fokus des Großprojekts sowie Reparaturen an Wegenetz und Böschungen oder von in Mitleidenschaft gezogenen Beeten an.

Mehr und mehr erschließt sich derzeit im Luisenpark das geplante Gesamterscheinungsbild der Neuen Parkmitte. Schön zu beobachten ist dies aktuell am Beispiel der Pinguinanlage: Ein neues Wegepflaster ziert den barrierefreien Weg rund um die Anlage, der aus Richtung Seebühne kommend hinunter zum Kutzerweiher führt und Besuchern zukünftig freie Sicht auf’s Wasser bietet. „Hier ist eine neue Blickachse entstanden, die zuvor durch die ehemalige Weinstube verdeckt war. Das betont einmal mehr den planerischen Anspruch, die Neue Parkmitte offen, hell und großzügig anzulegen und näher ans Wasser zu rücken, wo sich der Mensch vor allem im Sommer gemeinhin gerne aufhält“, hebt Parkdirektor Joachim Költzsch hervor.

Neue Wege: natürlich geformt und umweltfreundlich gemacht

Frisch gepflaster WegFür die Wege im neuen Parkzentrum wurde ein besonderer Pflasterbelag verwendet, ein sogenanntes ARENA-Pflaster. Es passt sich zum einen durch seine organisch und oval geformten Steine in hellem Beige ästhetisch der Architektur der Neuen Parkmitte an und ist außerdem versickerungsfreundlich. Verlegt wird es in der Mitte des Pflasterweges mit engen Fugen und im Außenbereich mit weiteren Fugen, um eine Durchgrünung am Rand zu ermöglichen.

Nach der Pflicht die Kür: Landschaftsgestaltung

Während der Schließpause ab November wird es schließlich um die landschaftsgärtnerische Gestaltung gehen, mit dem Ziel, den Luisenpark zur BUGA 23 in verändertem, auch gärtnerisch besonders eindrucksvollem Auftritt zu präsentieren. Teile der Baustelleneinrichtung wie Container und Materiallager müssen nun aus der Baustelle Neue Parkmitte ins Parkgelände verbracht werden. Das Team Grün erobert sich jetzt seine Flächen zurück und steht in den Startlöchern für die landschaftsgärtnerischen Arbeiten, die nun rund um die Neue Parkmitte anstehen.

Die Bepflanzung wird im vorderen Bereich zwischen Pflanzenschauhaus und Restaurant mediterran gestaltet. Dadurch entsteht nicht nur ein klimatisch-vegetativer Übergang zur tropischen Flora des Pflanzenschauhauses. Der Besucher erfährt im neuen Mittelmeergarten auch, welche Pflanzen besonders klimaresilient, also den veränderten klimatischen Bedingungen gut gewachsen sind und kann sich Anregungen einholen, wie man auch den eigenen Garten fit für die Zukunft macht. Wer sich für den Schatten interessiert, der ist an der Festhalle Baumhain richtig: Dort werden künftig Beete mit mehrjährigen Stauden gezeigt, die damit ebenfalls eine ökologische Variante des Gärtnerns aufzeigen. In Richtung der neuen Pinguinanlage erlebt die Landschaft eine noch natürlichere Anmutung in der Kombination von Stauden und Gräsern, ergänzt durch Wiesenblumen. Dort spenden größere Bäume Schatten. Insgesamt werden im neuen Parkzentrum rund 60 neue Bäume gepflanzt. Am neuen Südamerikahaus sind Rasenflächen vorgesehen, die Platz zum Spielen bieten.

„Wenn es in Mannheim ein Beispiel für Nachhaltigkeit gibt, dann ist das der Luisenpark. Nach fast 50 Jahren erfüllt er weiterhin seinen Zweck und trägt zur Erholung und Bildung der Bürger*innen bei. Auch im Luisenpark finden sich die vier Leitthemen der BUGA 23 wieder. Hier wird nachhaltig weitergebaut und -gepflanzt und wir zeigen, dass es möglich ist, auch eine traditionsreiche Parklandschaft nachhaltig zu gestalten. Die Gartenschau wird sicher für viele Menschen, die nachhaltig gärtnern und leben wollen, beispielgebend sein. Die Pflanzkonzepte der BUGA 23 liefern reichlich Ideen, Anregungen und Tipps für die Gärten von morgen“, erklärt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau 2023 GmbH.

Innen und Außen „vernetzt“: Die begehbare Großvoliere

Landschaftsgärtnerische Arbeiten stehen in der Schließpause auch für die begehbare Großvoliere an. Dort entsteht ein eigener Mikrokosmos für Vögel auf 1300 m², der dank seiner transparent-filigranen Gestaltung mit der Außenwelt im Park zu verschmelzen scheint: Durch die Voliere hindurch schlängelt sich ein Weg vorbei an kleinen Gewässern und Bachläufen, Stauden und Gräserbeeten sowie Findlingen. Größere Einzelbäume mit lichtem Habitus setzen optische Akzente und betonen die Höhe der Voliere mit bis zu 13 Metern. Einheimische Gehölze runden die Gestaltung ab und dienen der Bienentracht.

Baustelle mit Verschalung für Wände, im Hintergrund ein KranDerzeit werden für die Großvoliere vier abtrennbare Stallungen errichtet, die zum Beispiel für Quarantänefälle erforderlich sind. Auch wird es im Bereich Großvoliere eine öffentliche Toilette für Besucher geben. Das auskragende Vordach, das die neuen Bereiche im Parkzentrum verbindet, wird voraussichtlich Ende November fertiggestellt sein – eine Bedingung für die Errichtung von Pylonen und Seilnetzen.

Felsen für Pinguine und Äffchen – Tiefsee-Flair für Besucher der Unterwasserwelt

Im Pinguinpool wurden drei Panoramascheiben mit einer Länge von knapp drei Metern pro Scheibe eingesetzt, durch die die Besucher künftig die kleinen Frackträger beim Tauchen beobachten können. Wenn das Becken den Dichtigkeitstest bestanden hat, steht auch hier dann alles im Zeichen der Oberflächengestaltung: Der Kunstfelsbauer wird dann im Pool tätig. In unmittelbarer Nähe zum Wasser wird Granitgestein eingesetzt. Die restliche Anlage wird mit Kies, Sand und Grasflächen geformt.

Baustelle des neuen PinguinbeckensGestalterische Arbeiten dominieren während der Schließpause auch die neue Unterwasserwelt. Nachdem die technischen Arbeiten fertig gestellt wurden, gilt es auch hier – neben den 21 Aquarien – den Besucherbereich einzurichten. In spannenden Lern- und Erlebniszonen entsteht zum Beispiel eine Tiefsee-Forscherkapsel, in der durch mehrere Kuppeln hindurch Lebewesen aus der Tiefsee dreidimensional gezeigt werden. Auch das Phänomen der Biolumineszenz können Besucher hier zukünftig auf spannende Weise erleben.

Der Kunstfelsbauer zieht nach getaner Arbeit im Pinguinparadies ins Südamerikahaus weiter, wo unter anderem auch der Rohbau für den Tierpflegebereich und dessen Dach sowie die Dachbegrünung abgeschlossen sind. Ökologische Flachdachbegrünung kommt übrigens auch in anderen Bereichen der Neuen Parkmitte zum Einsatz und bringt viele ökologische Vorzüge mit sich: Die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser wird gefördert, im Winter wirkt der Belag dämmend und im Sommer schützt er vor Hitze. Außerdem bietet er natürliche Luftbefeuchtung, filtert Schadstoffe und trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei, indem er für Kleinstlebewesen ein zusätzliches Habitat ist.

Kurze Wege in die Neue Parkmitte

Die Sanierung der Hülle des Pflanzenschauhauses konnte planmäßig und pünktlich abgeschlossen werden: Der Dschungel Mannheims erhielt im Zuge dessen eine neue Verglasung, die nicht nur einen Blick vom Parkgelände in die Halle und damit direkt auf die tropischen Pflanzen erlaubt, sondern energetisch auch aktuellen Standards Rechnung trägt. Neben dem Ausbau der Technik erfolgt in den Wintermonaten im Foyer der Rückbau des ehemaligen Kaimanbeckens. Teile des Kunstfelsens aus diesem Bereich werden erhalten. Und hier passiert noch mehr: Ein Durchbruch zum Areal der Neuen Parkmitte wird hergestellt, der ganz bewusst sehr transparent gestaltet wird und zukünftig die beiden Erlebnisräume verbindet. Dieses Konzept einer offenen Raumgestaltung erlaubt dem Besucher nicht nur eine praktische Nutzung der beiden Gebäudekomplexe, sondern eröffnet auch weitere hochwertige Aufenthaltsräume.