Ein Park ist winterfit!

Ein Interview mit Ellen Oswald über die Arbeiten die den Park winterfit machen

Wie machen Sie den Luisenpark fit für den Winter?

Ein Garten ist ja nie fertig. Jetzt gerade sind wir mitten im Pflanzen.
Manche meinen ja „Im Winter kann man ja nichts machen; schicken Sie da die Leute heim?“ Aber eigentlich passiert ziemlich viel im Winter. Es werden neue Zwiebeln gesetzt: Zwischen September und Oktober haben wir die Blumenzwiebeln vergraben, ca. 30 000! Und 10 000 Narzissen Zwiebeln – damit der Park im Frühjahr schön ist. Im Frühjahr nach dem Winter möchten viele gerne raus und sehen, dass sich was regt im Park. 
Momentan wird der Citrusgarten abgebaut mit allen Kübelpflanzen. Sie wollen das Frühlingserwachen bestaunen. Deshalb sind die ersten Monate so wichtig damit man sieht, dass im Luisenpark immer etwas blüht. Dann werden noch Zierkirschen für April gepflanzt die dann zart rosa blühen.

Werden alle Pflanzen jetzt schon gesetzt?

Nein. Am 15. Mai werden Pflanzen rausgesetzt, die keinen Frost vertragen. Grund ist das Wetterphänomen „Eisheiligen“, da nach dem 15. Mai kein Frost mehr auftritt. Darunter sind Begonien, Dahlien, fleißige Lieschen und Petunien. Das Gegenstück dazu ist der 15. Oktober dort kommen dann die frostempfindlichen Pflanzen weg und die frostbeständigen Pflanzen raus. Wie unter andern Hornveilchen, Silberblatt und die vielen Blumenzwiebeln. Es bleibt immer zu hoffen, dass die Mäuse die Zwiebeln verschonen.
Die Visitenkarte des Parks, ist der Wechselflor. Der Rest des Parks ist naturhaft gestaltet. 
Sonst gibt es noch Fällarbeiten. Denn zwei Linden sind wegen des heißen Sommers vertrocknet und müssen nun gefällt werden.

Warum muss man Bäume fällen?

Es gibt viele Gründe warum ein Baum gefällt werden muss: Krankheit oder vertrocknen. Viele Bäume stehen auf schlechtem Grund, weil vieles im Park nur aufgeschüttet ist. Was noch im Winter gemacht werden muss ist das Laub zu entfernen das macht man bei 42 Hektar nicht mal schnell an einem freien Sonntag. Außerdem werden alle Beete gejätet, denn anders als andere Pflanzen wächst Unkraut zu jeder Jahreszeit.

Und wer macht die ganze Arbeit? Wie viele Gärtner haben Sie denn unter ihren Fittichen? 

Um die 35 Gärtner unter denen auch Azubis sind. Wenn wir 30 000 Zwiebeln setzten brauchen wir auch Saisonkräfte, die uns bei der Arbeit unterstützen.

Wie schützen sich die Pflanzen vor der Kälte? 

Die Bäume schützen sich vor Frost indem sie ihre Blätter abwerfen. Die Farbe ändert sich da das Chlorophyll, der grüne Farbstoff aus den Blättern in den Stamm wandert. Die Staudenpflanzen schützen sich indem sie den sichtbaren Teil abstoßen und über die Wurzel, die im Boden ist weiterleben. Manche Gärtner machen die übrigen Gräser und Sträucher ab. Aber wir lassen sie da, denn es dient vielen Insekten und auch Vögeln, die hier überwintern als Schutz. Die Rasenflächen bleiben auch im Winter grün, wenn man Sie pflegt. Deshalb mähen wir sie auch bis zum Schluss und gedüngt wird der Rasen auch. Damit im Park alles im grünen Bereich bleibt, denn die Farbe Grün wirkt beruhigend.

Ist es eigentlich nervig als Gärtner, wenn die Leute die ganze Zeit vom grünen Daumen sprechen?

Nein nervig ist es nicht. Schließlich verbirgt sich hinter dem Ausdruck ein Talent für Pflanzen kurz gärtnerisches Talent und Zuwendung. Das wird erarbeitet durch Erfahrung.

Gab es in diesem Jahr noch besondere Maßnahmen?

Dieses Jahr haben wir uns den Kutzerweiher vorgenommen, das ist ein dickes Brett! Wir mussten das Wasser um die 50 cm ablassen, um die Seile freizulegen, um die Umlenkrollen der Gondolettas vom Kies zu befreien. Dabei wurde die Gunst der Stunde genutzt und die Bepflanzung des Ufergebiet gepflegt sowie etwas zurückgeschnitten.