Päoniengarten

Die Blume der Kaiserin

Blütenreich im Chinesischen Garten bezaubert alljährlich bis in den Juni hinein


Als im Jahr 2019 im Luisenpark die ersten Päonientage stattfanden, regnete es. Parkdirektor Joachim Költzsch verwies damals nicht nur auf das dringende Bedürfnis der Pflanzen nach Wasser. „Regen ist in China mit einer positiven Symbolik belegt: Er steht für Fruchtbarkeit!“ Recht hat er behalten, denn seit dem Jahr 2019 ist der Päoniengarten des Luisenparks kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile hat er eine stattliche Ausdehnung erfahren vom "Vorgarten" des Chinesischen Teehauses über den Randbereich am Hauptweg hinter dem Blumenpavillon, über die Anlage am Pavillon der schönen Aussicht und bis hin zur Wiese gegenüber des Löwentors.

Die „Blume der Kaiserin“ fühlt sich am „Mannheimer“ Teehaus wohl
Die Päonie oder Pfingstrose zählt mit ihren prächtigen Blüten zweifelsohne zu den beliebtesten Frühlingsblühern. Aufgrund ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit und des ausgezeichneten Standorts am Chinesischen Teehaus im Luisenpark entschied man sich dazu, die „Blume der Kaiserin“ einmal genauer zu präsentieren.
Und in der Tat: Die Gärtner rund um Ellen Oswald, gärtnerische Leiterin des Parks, haben am Chinesischen Garten einmal mehr „gezaubert“. Das Team um Revierleiter Timo Brendel mit Johanna Fabian, René Schweikert und Mirko Wenzinski haben fast 250 Pfingstrosen zum Blühen oder zumindest zur unmittelbar bevorstehenden Blüte gepflegt. Ein herrlicher Anblick erwartet die Besucher alljährlich im Mai im Chinesischen Garten.

Während die Pfingstrosen der Gattung paeonia suffroticosa, im Luisenpark zu sehen an der Wegseite des Teehauses, schon im frühen Mai alle Blüten voll entfaltet haben, blüht die Sortepaeonia rockii auf der gegenüber liegenden Seite erst ganz verhalten und wartet je nach Witterung teils bis Juni, um ihre volle Schönheit zu zeigen. Die zahlreichen Blütenkelche der beiden Arten gehen in der sehr prachtvollen Anlage eine überaus ästhetische Freundschaft ein.

Staude oder Strauch – beides!
Zu sehen sind sowohl Stauden- als auch Strauch-Pfingstrosen: Die Staude zieht sich zum Winter völlig in den Boden zurück und wie alle anderen Stauden auch
erscheint sie wie durch ein Wunder immer wieder zum Frühjahr. Die Staude ist mehrjährig und verholzt im Gegensatz zum Strauch, der immer bleibt, nicht. Bei den Päonien gibt es sogar eine Zwitterart zwischen Strauch und Staude, die so genannte Ito-Hybride Päonie. Zu sehen ist dieses Exemplar am Fuß des kleinen Pavillons, direkt gegenüber der „ganzen Hochkaräter“, wie Oswald die blühenden China-Strauchpäonien nennt. Die Ito-Hybride Päonie ist die Kreuzung zwischen einer Strauch- und einer Staudenpäonie, die einst einem Züchter aus Japan posthumen Ruhm einbrachte. Diese intersektionelle Päonie verbindet die herrliche Blüten- und Blattform der Strauchpäonie mit dem Wuchs einer Staudenpäonie, die ihre Blüten nacheinander hervorbringt.
Die Paeonia Rockii, deren zarte Blüte fast wie eine Rose anmutet,
wächst besonders elegant. Zu bewundern sind die im Herbst 2017 gesetzten 40 Pflanzen dieser Art am Fuße des Pavillons der verweilenden Wolke. Eine von ihnen heißt singin’ in the rain.

Zur Päonien-Hauptblütezeit von Mai bis Juni sollte man also am Teehaus vorbeiziehen. Die Pfingstrosensammlung ist in der letzten Zeit immer mehr gewachsen: Die Luisenparkgärtner haben den Päoniengarten im Jahr 2021 auf die Wiese gegenüber des Chinesischen Gartens ausgedehnt. Herrliche Sorten wie etwa die „Dancing in the Rain“ erwarten die Besucher hier.