Do., 17.05.2018, 19.30 Uhr, Chinesisches Teehaus

Karl Marx: In China geblieben, in Deutschland vertrieben

China-Kultursommer

Den 200. Geburtstag von Karl-Marx greifen wir im Rahmen unseres China-Kultursommers auf. Die einen halten die Analysen des Ökonomen für brandaktuell, für andere war Marx im besten Falle ein Visionär, wieder andere sehen seine Prognosen zumindest aus heutiger Sicht als gescheitert an. Werner Krämer ist einer, der nicht nur ein ausgezeichneter Chinakenner ist. Im Rahmen seiner Professur an der Hochschule Ludwigshafen beschäftigte er sich sehr genau mit der Rolle von Karl Marx in China. Bis 2017 war er Professor für Volkswirtschaftslehre, Personalwirtschaft und Statistik an der Hochschule Ludwigshafen und am dortigen Ostasieninstitut. Seitdem hat er eine Senior-Professur an der Hochschule Ludwigshafen im Fachbereich Marketing und Personalmanagement inne. In seiner Forschungsarbeit beschäftigte er sich unter anderem mit der Rolle Karl Marx in China. In seinem spannenden Vortrag erfahren wir etwa, dass Deutschland im Chinesischen "Deguo", Land der Tugend, heißt. Im Blickwinkel der "Tugend" stehen für die Chinesen die großen deutschen Philosophen und ihre Werte. Allen voran natürlich Karl Marx, der in der Volksrepublik als Held auf einer Stufe mit Mao Zedong und Deng Xiaoping steht und entsprechend verehrt wird. Demgegenüber zeichnet Krämer ein Bild der heutigen Wirtschaftsethik, in der der Pragmatismus alles zu verdrängen scheint. Marx, dessen Lehren in Schulen und Hochschulen nach wie vor eine große Bedeutung haben, wird den konkreten Dogmen von Konfuzius oder denen des Daoismus gegenübergestellt. Nach wie vor ist Marx aber auch ökonomisch aktuell, was man an seiner Vorhersage zur Entwicklung der Globalisierung und der Fragilität der Finanzmärkte ablesen kann. 

Vorträge mit Teegenuss (drei Aufgüsse): 9,-€ inkl. Parkeintritt, mit Jahreskarte 5,-€
Nähere Informationen: Chinesischer Garten, Tel. (0621) 4 10 05 0