Der Bienenhügel

Heimat für Bienen - All inclusive!

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Diese deutlichen Worte hat Albert Einstein einmal gesagt – und die gärtnerische Leiterin des Luisenparks, Ellen Oswald, hat sie für den Luisenpark zum Programm gemacht und im letzten Jahr viel für die Bienen getan, denn Wildbienen finden kaum noch artgerechte Lebensräume. Durch menschliche Eingriffe in die Natur wie etwa die stetige Verstädterung und Bebauung, Monokulturen und radikale Schädlingsbekämpfung sowie durch die vorhandene Tendenz zum ‚aufgeräumten’ und pflegeleichten Hausgarten – fehlt es denen Bienen an Nistmöglichkeiten. Damit die Biene als wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems nicht ausstirbt (von 561 Wildbienen- und Hummelarten in Deutschland stehen bereits 52 % auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Lebewesen) soll sie bei uns im Luisenpark Nahrung und Wohnraum finden.

Die Gärtner, Schreiner, Parkpädagogen und Kinder der Region schufen in einer Art konzertierter Aktion im Luisenpark ein Paradies für Bienen. Viele nennen es "Bienenhotel", wir sagen "Insektenhaus", da es hier nicht nur Bienen gibt, jedenfalls aber bieten wir im Luisenpark seit letztem Sommer "Vollpension" für die wilden Kollegen, und zwar kostenlos! Entstanden ist ein großes Haus für Bienen & Co. als Brutstätte im Frühling und Sommer, sowie als Überwinterungsort im Herbst und Winter. In der Nähe gibt es einen großflächigen Wildblumenhügel direkt hinter dem Freizeithaus mit Bienennährgehölzen, Blumen und bienenfreundlichen Stauden. Im Sommer ist die 350 Quadratmeter große Wiese von unzähligen  von Cosmeen, Ringelblumen, Klatschmohn und vielen anderen Blumen in allen erdenklichen Farben besiedelt. Und die Bienen besuchen die Blüten fleißig. Außerdem wurden Totholzstämme mit eingebohrten Nietlöchern ausgebracht, sowie Trockenmauern und Steinhügel angelegt. 

Die Holzkonstruktion des großen Wildbienenhotels im Luisenpark wurde von den Park-Schreinern gebaut. Bestückt wurde sie von Kindern der Region im Rahmen von Ferienkursen. Dabei bastelte sich jedes der Kids außerdem seine ganz eigene Nisthilfe für zu Hause. „Uns ist es wichtig, den Umweltschutz nicht nur zu praktizieren, sondern das Bewusstsein auch an die Menschen weiterzugeben“ sagt Parkdirektor Joachim Költzsch, der den Luisenpark als ökologische Plattform sieht. „In Sachen Naturexpertise genießen wir das Vertrauen unserer Besucher. Eine große Verantwortung, der wir uns sehr wohl bewusst sind, die wir aber auch nutzen: In der Erwachsenenbildung, aber auch in der Kinderpädagogik bei vielen Mitmachaktionen.“

Der Grundstein zum Bienenprojekt wurde im Rahmen des Umweltwettbewerbs „Heldentaten für das Klima“ der Klimaschutzagentur Mannheim gelegt. Die teilnehmenden Kinder pflanzten gemeinsam mit Bürgermeisterin Kubala den ersten Bienenbaum (Euodia hupehensis), auch Tausendblütenbaum genannt, und die ersten bienenfreundlichen Pflanzen.

Der Luisenpark hat mit seinem Projekt „Bienenhügel – Air Bee & Bee im Luisenpark“ den 1. Platz in der Kategorie „Lebensräume schaffen“ beim Umweltpreis 2016 der Stadt Mannheim belegt! In der Jurybewertung heißt es: „Die Jury vergibt für das vorbildliche Engagement zum Schutz und Erhalt der Bienen und deren Lebensraum, verbunden mit einem großen Engagement für Umweltbildung, den 1. Preis.“ „Natur findet Stadt“ war der Themenschwerpunkt des  Umweltpreises 2018. Der kommunale Wettbewerb zeichnet jährlich Projekte mit Vorbildcharakter in den Bereichen Umwelt-, Klima- und Naturschutz aus. Am 11. Oktober gab Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala die Preisträgerinnen und Preisträger bekannt. Das Engagement von Luisenpark-Gärtnern, Schreinern, Pädagogen und Kindern hat sich nicht nur wegen des 1. Platzes beim Umweltpreis gelohnt: Ein Riesen „Air Bee & Bee“ durften die Besucher im ersten Sommer des Bienenhügels im Luisenpark erleben!