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Meldung 4: Vorsichtige Entwarnung nach Vogelgrippe-Infektionen

Die Bekämpfung der im Luisenpark aufgetretenen Vogelgrippe hatte Erfolg: Der erste Beprobungsdurchgang sämtlicher Volieren ist nun abgeschlossen. Das Ergebnis: keine weiteren positiven Befunde. Das heißt, im verbliebenen Vogelbestand des Luisenparks von 381 Vögeln muss es zu keinen weiteren Tötungen kommen.

Erleichterung daher bei der Geschäftsführung des Luisenparks: „Der gute Zwischenstand bezieht sich auf all’ unsere Volieren, die bei den Luisenpark-Besuchern besonders beliebt sind“, sagt Parkdirektor Joachim Költzsch. Bei den Gelbbrustaras und Flamingos wurde kein akut infiziertes Tier gefunden, auch alle Vögel der Stelzvogelwiese mit Kronenkranich und Sattelstorch sind gesund. Infektionsfrei ist auch die große Voliere, die das Zentrum des Vogelbereichs im Luisenpark bildet. Außerdem ohne Infektion sind die Pinguine, Eulen, Pelikane, die Vögel der gegenüber dem Eulengehege liegenden Watt-Voliere, die Wellensittiche sowie die Kakadus und Hammerköpfe in der Voliere nahe der Weinstube beim Nasenbären. Auch die Tropenvoliere hinter dem Schmetterlingshaus und die Voliere im Kakteenhaus sind derzeit nicht vom Vogelgrippevirus betroffen.

„Auch, wenn in drei Wochen noch eine Beprobungsrunde ansteht: Dieser positive Zwischenstand freut uns erst einmal sehr, auch für unsere Besucher, die uns mit ihren teilnehmenden Kommentaren in den sozialen Medien und ihren Besuchen die Stange gehalten haben – für dieses Vertrauen sind wir sehr dankbar. Auch dankbar sind wir unseren Tierpflegern, Handwerkern und Gärtnern, die in unermüdlichem Einsatz ein Engagement gezeigt haben, das alle Erwartungen sprengt.“

Besuch des Luisenparks unbedenklich

Der unverzüglich einbezogene städtische Fachbereich Gesundheit stufte und stuft die Gefährdung für Menschen in diesem konkreten Fall nach wie vor als äußerst gering ein, da eine Übertragung des vorgefundenen Virus auf den Menschen sehr unwahrscheinlich ist. Bürgerinnen und Bürger sollten bei einem Besuch des Luisenparks vorsichtshalber direkten Kontakt mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen vermeiden. Der Besuch des Luisenparks wird nach wie vor als unbedenklich beurteilt.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramtes unserer Stadt konnten mit ihrem konsequenten Handeln weiteres Unheil abwenden“, lobt Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht. „Ihnen gilt mein besonderer Dank für ihren bemerkenswerten Einsatz, der weit über das reguläre Maß hinausging.“ Dem schließt sich auch Bürgermeisterin Felicitas Kubala, Aufsichtsratsvorsitzende der Mannheimer Stadtpark gGmbH als Betreiberin des Luisenpark, an: „Die Zusammenarbeit zwischen den für das Tierseuchenrecht Verantwortlichen und den Mitarbeitern des Luisenparks, hat reibungslos funktioniert und dazu beigetragen, Schlimmeres zu verhindern.“

Rückblick

Anfang Oktober waren zwei Fasane in einer Voliere im Luisenpark tot aufgefunden worden. Bei dieser Voliere handelte es sich um eine sogenannte Reservevoliere, die sich in einem für Besucherinnen und Besucher des Luisenparks unzugänglichen, nicht sichtbaren Bereich befindet. Bei einer Untersuchung der verstorbenen Tiere durch das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit wurde das niedrig pathogene Vogelgrippe-Virus vom Typ H7N3 positiv bestätigt, so dass auf Grundlage des Tierseuchenrechts von den beteiligten Stellen (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Task-Force-Tierseuchenbekämpfung Baden-Württemberg, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe (CVUA) und Veterinäramt Mannheim) gemeinsam entschieden wurde, den verbliebenen Vogelbestand der betroffenen Voliere unverzüglich zu töten (34 Vögel, davon 26 Enten, 2 Pfauen und 6 Fasane), Die Tötungen der so genannten Kontakttiere, also der Vögel, die mit den infizierten Vögeln in engem Kontakt lebten und bei denen deshalb eine Infektion mehr als  wahrscheinlich erschien, wurden zum Schutz des übrigen Vogelbestandes des Luisenparks durchgeführt, um den Seuchenherd so wirksam und schnell wie möglich zu beseitigen.

Im Rahmen von Beprobungen wurde festgestellt, inwieweit sich das Virus bereits ausgebreitet hatte. Gleichzeitig wurden in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadtpark Mannheim gGmbH weitere Schutzmaßnahmen getroffen: Reinigung und Desinfektion, Abtrennung aller Volieren und eine Besuchersperre im Vogelbereich für vorerst sechs Wochen.

Übersicht des weiteren zeitlichen Ablaufs

19. Oktober: Beprobung des gesamten Vogelbestandes des Luisenparks. Um hier möglichst zielgenau, also systematisch und nach den Grundsätzen einer täglich im Rahmen von Telefonkonferenzen aller beteiligter Stellen vorzunehmenden Risikobewertung vorgehen zu können, wird der Vogelbestand hierzu in 18 epidemiologische Untereinheiten mit räumlicher Trennung und Absicherung gegen Wildvögel aufgeteilt.

20. Oktober: Das CVUA bestätigt den Verdacht, dass sich das Vogelgrippe-Virus auf Vögel des getöteten Vogelbestands der Reservevoliere ausgebreitet hatte.

21. Oktober: Im Zuge des Fortgangs der Beprobungen der einzelnen Untereinheiten und deren Untersuchung am CVUA ergeben sich in den Beständen erneut einzelne positive Befunde, die eine erneute Tötung von Kontakttieren am Folgetag unvermeidlich macht. Es handelt sich um weitere 54 Vögel.

Einschleppungsursache unbekannt, weitere Beprobungen geplant

Zur Einschleppungsursache können derzeit noch keine gesicherten Angaben gemacht werden. Die Ermittlungen hierzu werden fortgesetzt. Nach Tierseuchenrecht erfolgt in drei Wochen eine erneute Beprobung des verbliebenen Vogelbestandes im Luisenpark. Die Öffentlichkeit wird zeitnah über die Ergebnisse der Maßnahmen unterrichtet.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg prüft zudem, inwieweit aufgrund der Vorfälle im Mannheimer Luisenpark das Wildvogelmonitoring ausgeweitet wird. Darüber hinaus wird von dort der Kontakt mit den Behörden der angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen gehalten, sowie an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft berichtet.

Die Stadt stellt für die Bürgerinnen und Bürger nach wie vor eine Liste der wichtigsten Fragen und Antworten unter https://www.mannheim.de/buerger-sein/FAQs-vogelgrippe-h7n3 zur Verfügung.

Meldung 3: Weitere Vögel im Luisenpark mit dem Vogelgrippe Virus infiziert

Im Rahmen der systematischen und nach den Grundsätzen der Risikoorientierung ausgelegten Vorgehensweise bei der Beprobung der Vogelbestände des Luisenparks wurden jetzt weitere Infektionen bei zahlreichen Vögeln mit dem Vogelgrippe-Virus H7N3 festgestellt. Die Lagebewertung für Besucherinnen und Besucher des Luisenparks bleibt auch nach Einschätzung des Mannheimer Fachbereichs Gesundheit sowie der sonst tangierten Behörden unberührt.

Der Luisenpark kann also, da die betroffenen Bereiche schon seit Tagen für die Öffentlichkeit gesperrt sind, ansonsten weiterhin, unter der Voraussetzung, dass der direkte Kontakt mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen vermeiden wird, bedenkenlos besucht werden.

Im Verlauf einer kurzfristig am Samstagmorgen durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (oberste Landesbehörde im Sinne des Tierseuchengesetzes) anberaumten Telefonkonferenz wurden die Ergebnisse der zuletzt untersuchten Volierenbereiche mit den Vertretern des Mannheimer Veterinäramtes, der Task-Force Tierseuchenbekämpfung Baden-Württemberg und des Regierungspräsidiums Karlsruhe für alle untersuchten Vögel besprochen und bewertet. Nach übereinstimmender Auffassung aller Fachleute der beteiligten Behörden kam die Runde unter Vorsitz des zuständigen Referatsleiters beim Ministerium zu dem Ergebnis, dass eine Tötung weiterer befallener 52 Vögel noch am gleichen Tag unvermeidlich ist, um alles zu tun, damit eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe so weit als möglich unterbunden wird.

Sämtliche Maßnahmen sind im Übrigen auch mit dem für Artenschutz zuständigen Stuttgarter Umweltministerium abgestimmt.

Nicht zuletzt maßgeblich bei den Überlegungen war, dass nach wissenschaftlichen Untersuchungen die Gefahr nicht auszuschließen ist, dass sich zunächst niedrig pathogene Formen der Vogelgrippe, wie in vorliegendem Fall, in kurzer Zeit durch sogenannte Spontanmutationen in gefährlichere Varianten umwandeln. Dem zuvor zu kommen ist wirksam nur möglich, wenn der Seuchenherd schnellstmöglich beseitigt wird. Die Stadt Mannheim ist nach dem Gesetz zur Ausführung des Tierseuchengesetzes verpflichtet, die erforderlichen Tötungen im Fall von Tierseuchen durchzuführen. Alle Maßnahmen müssen darauf ausgerichtet sein, den Bestand des Luisenparks an Vögeln soweit nur irgend möglich, vor einer weiteren Ausbreitung zu schützen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die reibungslose Zusammenarbeit mit der Stadtpark Mannheim gGmbH. Alle angeordneten Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung des Virus wurden von dort reibungslos umgesetzt.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“ bestätigt Dr. Walter Haag, der als zuständiger Amtsveterinär beim Fachbereich Sicherheit und Ordnung an den Telefonkonferenzen für die Stadt teilnimmt und die tierärztlichen Maßnahmen vor Ort koordiniert. „Wir müssen aber alles tun, um die Ausbreitung der Seuche, im schlimmsten Fall auch noch außerhalb des Luisenparks zu vermeiden.“

„Jeder einzelne Vogel, den wir im Luisenpark töten müssen, schmerzt uns“ zeigt sich Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht, der sich permanent über die Lage unterrichten lässt, tief betroffen. „Aber wir müssen alles tun, um den Vogelbestand des Luisenparks insbesondere auch im Hinblick auf Vögel, die besonders selten und damit wertvoll für die Fauna sind, soweit wie möglich zu schützen.“

Es gilt aber auch, eine Ausbreitung der Seuche oder Mutation zu einem gefährlicheren Erreger im Land Baden-Württemberg, im Bund oder gar in Europa unbedingt zu verhindern. „Ich muss akzeptieren, dass wir auch im Sinne des großen Ganzen dem begründeten Wunsch unserer Aufsichtsbehörden nach konsequentem Handeln entsprechen müssen“, räumt der Sicherheitsdezernent ein.

Verständnis für das Vorgehen äußert auch ausdrücklich Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtpark Mannheim gGmbH Felicitas Kubala, zu deren Zuständigkeitsbereich der Luisenpark gehört „Ich vertraue den beteiligten Fachleuten aller Behörden, dass die getroffenen Maßnahmen im Interesse der Erhaltung des Vogelbestands des Luisenparks als Ganzes sind und der Park für seine Besucherinnen und Besucher dadurch nach wie vor sicher ist.“

Die Stadt Mannheim wird in der kommenden Woche zu einem Pressegespräch einladen, um Raum für eine umfassende weitere Information der Öffentlichkeit auf Grundlage der neuesten Erkenntnisse zu geben. Zwischenzeitlich werden die Vogelbestände des Parks weiter systematisch auf belastete Tiere untersucht.

Eine kurze Aufstellung der wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema finden Sie auf folgender Seite.

Meldung 2: Vogelgrippe

Die Untersuchungsergebnisse der im Luisenpark getöteten Vögel, die im direkten Kontakt mit den mit Vogelgrippe infizierten Fasanen standen, haben den Verdacht bestätigt. Auch bei ihnen konnte die Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus (H7 N3) nachgewiesen werden. Damit erwies sich die Entscheidung, diese Tiere möglichst rasch zu töten, leider als richtig. Denn damit konnte der Gefahr einer weiteren Verschleppung durch Zeitverzug begegnet werden. Schließlich gilt es, den Vogelbestand im Luisenpark als Ganzes, soweit nur irgend möglich, vor einer Ausbreitung zu schützen.

Der Koordinierungsstab der Stadt Mannheim unter Leitung der Feuerwehr wurde heute informiert.

Es finden jetzt Beprobungen des gesamten Vogelbestandes des Luisenparks statt. Es handelt sich um rund 450 Tiere. Die Behörden sind in ständigem Kontakt mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und der Taskforce Tierseuchenbekämpfung. Die Stadt Mannheim weist nochmals auf die auf ihrer Homepage ausgeführten Fragen und Antworten hin. Die Liste wird bei Bedarf ergänzt bzw. aktualisiert.

Meldung 1: Gering ansteckende Form der Vogelgrippe bei zwei Fasanen in Mannheim festgestellt

Das Veterinäramt der Stadt Mannheim hat am 18.10.2016 den Ausbruch der geringpathogenen Form der Vogelgrippe (H7 N 3) bei zwei Volierenvögeln des Mannheimer Luisenparks festgestellt.

Bei einer Routineuntersuchung zweier in einer für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglichen Vogelvoliere des Mannheimer Luisenparks verendeter Fasanen am Chemischen Veterinär- und Untersuchungsamt Karlsruhe ergab sich der Verdacht auf Vogelgrippe. Der Befund wurde am 17.10.2016 durch das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Institutes (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit- auf der Insel Riems) bestätigt.  Es handelt sich um ein Influenzavirus vom Subtyp H 7 N 3 mit nur geringer krankmachender Wirkung.

Die Mannheimer Veterinärbehörde hat unverzüglich in enger Zusammenarbeit mit der Stadtpark Mannheim gGmbH alle erforderlichen tierseuchenrechtlichen Maßnahmen angeordnet, um eine mögliche Ausbreitung der Infektion zu verhindern. So wurde in Absprache mit dem zuständigen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg die Tötung des unmittelbar mit den verendeten Tieren in Kontakt getretenen Bestandes (6 Fasanen, 26 Enten, 2 Pfauen) verfügt. Sämtliche getöteten Vögel werden untersucht. Des Weiteren wurden die Vogelhaltungen für die Dauer von mindestens 6 Wochen für den Besucherverkehr gesperrt und die Tiere so weit wie möglich aufgestallt, d.h. in geschlossene Stallungen verbracht.

Der übrige Teil des Luisenparks bleibt für die Öffentlichkeit frei zugänglich.

Die Mannheimer Veterinärbehörde wird ab sofort den sonstigen gehaltenen Vogelbestand in den Volieren des Luisenparks beproben, um festzustellen, ob und inwieweit dennoch eine Ausbreitung vorliegt. Diese labordiagnostischen Untersuchungen können mittels Kottupfer am lebenden Tier durchgeführt werden und müssen im Abstand von mindesten 21 Tagen wiederholt werden.

Da sich das Geschehen bisher ausschließlich auf zwei Vögel im Luisenpark konzentriert, müssen Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf den Kontakt mit Vögeln grundsätzlich keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen beachten. Das gehäufte Auftreten toter Wildvögel ist der Veterinärbehörde zu melden, da ein Eintrag der Seuche über Wildvögel nicht ausgeschlossen werden kann. Grundsätzlich sind tote Vögel nur mit Schutzhandschuhen anzufassen.

Der Fachbereich Gesundheit stuft die Gefährdung in diesem konkreten Fall als äußerst gering ein, da eine Übertragung des vorgefundenen Virus‘ auf den Menschen sehr unwahrscheinlich ist. Bürgerinnen und Bürger sollten bei einem Besuch des Luisenparks vorsichtshalber direkten Kontakt mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen vermeiden.

Bürgerinnen und Bürger können sich mit Fragen an den Veterinärdienst beim Fachbereich Sicherheit und Ordnung unter der Rufnummer 293 – 25 25 wenden. Ansonsten stellt die Stadtverwaltung Mannheim Informationen auch unter  https://www.mannheim.de/stadt-gestalten/verbraucherschutz-gesunde-lebensmittel-sichere-dienstleistungen-tierschutz zur Verfügung, die bei Bedarf selbstverständlich aktualisiert werden.