Neue Parkmitte im Luisenpark: Aktueller Planungsstand

Die Planungen zur Neuen Parkmitte sehen derzeit vor, dass bis zur Bundesgartenschau 2023 in einem ersten Bauabschnitt zunächst das zwischen Pflanzenschauhaus und Kutzerweiher vorgesehene Areal mit Aquarium und Volièrenlandschaft sowie Gastronomie umgesetzt werden soll: Vom Gondoletta-Steg aus erreichbar soll eine geheimnisvolle Unterwasserwelt entstehen, die dem Besucher vielseitige Blickwinkel in die Aquarien ermöglicht. Darüber ist ein hell und freundlich gestalteter Restaurantbereich mit Aussicht auf den Kutzerweiher angedacht, in dem ein attraktives gastronomisches Angebot für jeden Geschmack und Anlass erhältlich ist. Auf gleicher Ebene geplant und ganz harmonisch angeschlossen: bis zu zwei begehbare Volièren, die als filigrane Seilnetzkonstruktionen in die Dachfläche eingelassen sind, sowie ein neues, deutlich gewachsenes Pinguingehege, das noch naturnaher gestaltet werden soll. Soweit erste Ergebnisse aus dem Vorplanungsstadium. Ende Februar/Anfang März 2020 liegen dann mit dem Bauzeitenplan der Architekten definitive Ergebnisse vor.

Durch die Verlegung des Betriebshofs, auf dessen Gelände die Neue Parkmitte entsteht, werden Flächen frei und dadurch die Gesamtparkfläche erweitert – ohne eine Veränderung der äußeren Parkgrenzen. „Mit der Umsetzung dieses ersten Bauabschnitts ist ein reibungsloser Ablauf der Bundesgartenschau gewährleistet und der Luisenpark wird sich als zweiter Veranstaltungsort der BUGA absolut zeitgemäß präsentieren“, freut sich Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenbau 2023 gGmbH.

„Mit der Fokussierung auf den ersten Bauabschnitt möchten wir die rechtzeitige Fertigstellung der Bereiche sicherstellen, die für die Besucher der Bundesgartenschau 2023 relevant und attraktiv sind“, erläutert Felicitas Kubala, Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtpark Mannheim gGmbH. „Wir wollen entscheidend dazu beitragen, dass die BUGA23 ein Erfolg wird und den Stamm- und Neu-Besuchern ein neues Gesicht unserer so beliebten Einrichtung zu präsentieren“, ergänzt Joachim Költzsch, Geschäftsführer der Stadtpark Mannheim gGmbH. „Das wird uns, da bin ich sicher, allein schon mit der neuen Unterwasserwelt gelingen.“ In diesem Zusammenhang weist Költzsch auch auf die Möglichkeiten unternehmerischen Engagements hin: „Ob Stiftung, Mäzen oder Großunternehmen: Es gibt viele Wege, Teil der Neuen Parkmitte zu werden!“

„Und auch jenseits der Neubauten stellen wir uns für die BUGA natürlich seit einiger Zeit auf: Mit jährlich mindestens zwei neuen Themengärten etwa; aktuell vergrößern wir zum Beispiel unsere Päoniensammlung, auch die Lagerströmiensammlung ist einzigartig. Unsere Grüne Schule ist mit derzeit fast 800 Führungen/Kursen pro Jahr bestens positioniert: Als programmatischer Partner der BUGA zum Thema ‚Tier & Pflanze erfahren und erleben‘.“

Die Umsetzung zu dem neuen Ensemble aus Grüner Schule und Freizeithaus, das am südöstlichen Ufer realisiert werden soll, wird voraussichtlich nach der Bundesgartenschau angegangen. Die Grüne Schule wird bis dahin zunächst an eine zentrale Stelle im Park verlegt, wo sie als Bildungspartner Nr. 1 im Bereich Natur und Umwelt angemessen positioniert und sichtbar gemacht wird. Das Freizeithaus bleibt bis zur Bundesgartenschau 2023 an seinem jetzigen Platz und wird vor Ort renoviert. Parallel sollen zudem Sanierungsmaßnahmen am Pflanzenschauhaus stattfinden sowie laufende Sanierungsprojekte wie im Bereich Seebühne, dem Parkwegenetz bzw. der Infrastruktur oder auch der Uferbefestigung des Kutzerweihers. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der jetzigen Ausrichtung eine gute Umsetzungslösung gefunden haben“, betont Joachim Költzsch. „Wir befinden uns momentan in der Phase der Vorentwurfsplanung. In diesem Stadium werden regelmäßig Planungsergebnisse noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Das Projektteam, zu dem seit Anfang des Jahres auch ein eigens für das Vorhaben eingestellter Projektleiter zählt, wägt bei jedem Planungsschritt gewissenhaft die einzelnen Interdependenzen und den jeweiligen Bedarf ab. Dadurch ist sichergestellt, dass die Umsetzung allen Interessengruppen sowie vor allem dem Tierwohl gerecht wird. Gleichzeitig sind wir natürlich einem verantwortungsbewussten Umgang mit öffentlichen Geldern verpflichtet.“

Schmetterlingshaus soll Südamerikahaus werden

In der Zwischenzeit haben sich durch den Planungsfortschritt neue Möglichkeiten eröffnet, die nun weiterverfolgt werden. Das Schmetterlingshaus soll im ersten Bauabschnitt zu einem Südamerikahaus erweitert werden. Die geplante Umwandlung bringt Vorteile für die Tiere mit sich, da diese nicht erst in Zwischenquartiere umziehen müssen, sondern direkt im Südamerikahaus ihr neues Zuhause finden. „Lisztäffchen, Kaimane und Leguane müssen so nur einen statt zwei Umzüge bewältigen und können dann zusammen mit den tropischen Schmetterlingen in einem Haus besucht werden. Darüber hinaus ergeben sich aus dieser Lösung künftig größere Gehege für die Tiere sowie energetische Vorteile im Betrieb“, berichtet Joachim Költzsch. 

Neuer Ort für gemütlichen Weingenuss

Für all jene Besucher, die einen Ort für ein gemütliches Beisammensein mit Weingenuss suchen, soll ein Platz im Café Pflanzenschauhaus direkt an der Seerosenterrasse geschaffen werden. „Wir freuen uns, dass sich diese Option aufgetan hat, denn nun können wir den Liebhabern der Weinstube ab Frühjahr 2021 einen Ort mit noch höherer Aufenthaltsqualität bieten, an dem das saisonale Angebot der Weinstube adäquat weitergeführt wird“, erläutert Joachim Költzsch. Die jetzige Weinstube wird noch bis Herbst 2020 betrieben.

Zeit der Veränderung

So viel Neues dauert natürlich, erfordert viel Planung und bringt Veränderung mit sich. Um die Neue Parkmitte mit ihren modernen Gehegen und Volièren und den attraktiven neuen Erlebnisräumen für die Besucherinnen und Besucher schaffen zu können, muss der Bereich zwischen Pflanzenschauhaus und Gondoletta-Anleger in seiner jetzigen Form weichen, wodurch bis 2023 eine Übergangszeit in Kauf genommen werden muss, in der die Tiere aus diesem Areal sukzessiv umgesiedelt werden müssen: an andere Stellen im Park oder in andere zoologische Einrichtungen. Der Großteil des Parks bleibt jedoch während und nach der Zeit des Umbaus wie er ist und kann wie immer uneingeschränkt genutzt werden.